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Wo steht Firefox OS? - Ein Test auf dem Alcatel One Touch Fire

Quelle: Robert Dittmar

Meine Erfahrungen mit dem neuen Smartphone-Betriebssystem "Firefox OS" auf dem Alcatel One Touch Fire

Kommende Herausforderung für Android und iOS oder vom Start weg hoffnungslos abgeschlagen? Seit knapp zwei Monaten ist das erste und bislang einzige Smartphone mit dem neuen Firefox OS auf dem deutschen Markt. Ich habe als einer der ersten zugegriffen, weil ich mir ein eigenes Bild machen wollte: Kann das neue Betriebssystem mit den Platzhirschen mithalten? Und warum sollte die Welt überhaupt ein weiteres Smartphone-OS brauchen?

Apps im Firefox OSMeistens ist es ja nicht billig, ein „early adopter“ zu sein, also einer der ersten Nutzer eines neuen Produkts oder einer neuen Technologie. Was frisch auf den Markt kommt, ist in der Regel erst mal erheblich kostspieliger als das, was bereits etabliert ist – und damit nicht unbedingt das Richtige für einen eVendianer wie mich. Bei Firefox OS ist das ausnahmsweise ganz anders: Das Alcatel One Touch Fire gibt es exklusiv bei Congstar für 89 Euro – ohne Vertrag! Um nicht zu direkt mit iOS und Android konkurrieren zu müssen, zielt Firefox OS vorläufig in erster Linie auf die Schwellenländer, wo die meisten Menschen noch herkömmliche Handys nutzen und nicht 500 Euro für ein Smartphone locker machen können. Deutschland ist das erste Land der „1. Welt“, in das sich Firefox OS wagt. Weniger schnell abgehakt ist der andere Faktor, der dem „early adopter“ häufig das Leben schwer macht: Neu entwickelte Produkte und Technologien sind oft noch nicht so weit ausgereift wie die Althergebrachten. Wie sieht es nun damit bei Firefox OS aus? Im Folgenden gehe ich diese Frage Punkt für Punkt durch.

Zuerst aber noch der Einwand, den ich mir in den vergangenen Wochen öfter anhören musste: „Warum überhaupt ein neues Handy-Betriebssystem? Android und iOS funktionieren doch bestens und ersteres ist sogar open source – freie Software, mit der jeder machen kann, was er will, also voll politisch korrekt und so.“

Ein weiteres OS – warum denn eigentlich?

Aber stimmt das? Nun, tatsächlich ist Android nicht mehr das offene System, das es einmal war, als es im Vergleich zu iOS und dem untergegangenen Symbian noch unbedeutend war: Open Source ist inzwischen nur noch die Basis von Android. Die vielen tief integrierten Google-Apps sind heute allesamt closed source. Mit diesen hat Google nach und nach die Open-Source-Alternativen ersetzt, die zwar noch zu haben sind, aber keine Rückendeckung von Google mehr bekommen und daher meist nicht mehr weiterentwickelt werden. Der große Erfolg von Android hat Google dazu veranlasst, das ehemalige Open-Source-Projekt immer stärker unter seine Kontrolle zu bringen.Firefox OS Einstellungen Abgesehen davon sind die Nutzer von iOS und Android gezwungen, den App-Store des jeweiligen Unternehmens zu benutzen. Google und Apple agieren hier quasi als „Torwächter“, die alle Apps, die ihnen nicht passen, leicht aus dem Verkehr ziehen können. Speziell Apple hat sich in diesem Punkt schon negativ hervorgetan.

Android und iOS: Zugang durch die Hintertür

Ein Mann namens Edward Snowden lieferte dieses Jahr ein weiteres Motiv, der Software von Apple und Google misstrauisch gegenüber zu stehen: Beide Unternehmen sind zentrale Bestandteile des Überwachungsnetzwerks PRISM des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Der Nutzer muss davon ausgehen, dass die NSA seine Kommunikation und seine Bewegungen jederzeit durch extra eingebaute Hintertüren in Echtzeit ausspionieren kann.

Dazu kommen einige andere Probleme: Sowohl Android als auch iOS sind im Laufe der vergangenen Jahre immer ressourcenhungriger geworden und alles deutet darauf hin, dass sich dieser Trend in Zukunft fortsetzen wird. Ohne High-End-Smartphone machen iOS und Android schon heute nicht mehr viel Spaß. Topklasse-Smartphones sind allerdings entsprechend teuer und auch in der „1. Welt“ längst nicht für jeden erschwinglich – und global betrachtet erst recht nur etwas für Reiche. Ressourcenhunger heißt aber auch, dass Smartphones mit Android und iOS viel Strom verbrauchen und deshalb nur kurze Akkulaufzeiten bieten. Bei vielen Nutzern halten sie nicht mal mehr einen normalen Arbeitstag durch, ohne an die Steckdose zu müssen. Außerdem ist es nicht mehr möglich, bei jedem Smartphone ein Update auf neue Versionen von iOS oder Android durchzuführen. Wenn ein Smartphone die Anforderungen der nächsten Version nicht mehr erfüllt, hat der Besitzer Pech gehabt und verliert den Anschluss an die neusten Funktionen und Verbesserungen. Auch seine Apps kann er nicht mehr auf aktuelle Versionen updaten, weil diese nur auf der neuesten Version des Betriebssystems laufen.

Firefox OS will anders sein

Firefox OS MapsFirefox OS will eine Antwort auf diese Nachteile sein. Wie das neue Betriebssystem auf meinem neuen Alcatel One Touch Fire beweist, ist es selbst auf sehr schmalbrüstigen Geräten problemlos lauffähig: Dieses Smartphone hat lediglich 256 MB Hauptspeicher und einen 1GHz-Einkern-Prozessor. Mit diesen und anderen Leistungsdaten entspricht es ziemlich genau dem iPhone 3GS. (Weltweit gibt es Firefox OS außerdem auf dem noch etwas schwächeren ZTE Open sowie auf zwei hauptsächlich für App-Entwickler gedachte Modelle des spanischen Herstellers Geeksphone.) Nach meinen bisherigen Erfahrungen läuft Firefox OS auf dieser Hardware flüssig, zuverlässig und ruckelfrei.

Freiheit und Selbstbestimmung für mündige Nutzer

Die geringeren Leistungsanforderungen ermöglichen nicht nur geringere Anschaffungskosten, sondern natürlich auch längere Akkulaufzeiten. Zudem soll es bei Firefox OS immer möglich sein, künftige Versionen auf bereits vorhandenen Geräten zu installieren. Auf diese Weise kann der Nutzer selbst entscheiden, ob ihm die Leistung seines alten Smartphones für die neuste Version noch ausreicht oder nicht. Firefox-OS-Nutzer sind darüber hinaus auch nicht gezwungen, einen einzigen App-Store zu verwenden, den eine einzige Institution kontrolliert. Im Prinzip kann jeder Apps für Firefox OS programmieren und sie wo immer er will zum Download bereitstellen, ohne irgendwelche Vorgaben erfüllen zu müssen. Auch hierbei bleibt es allein dem Nutzer überlassen, ob er die App für gut oder schlecht befindet.

Ein wichtiger Grund für den geringeren Hardware-Hunger von Firefox OS besteht darin, dass viele Apps keine „nativen“ Apps sind: Sie operieren als sogenannte “web apps“ mehr auf mobilen Internetseiten und weniger auf dem Smartphone selbst. Gewissermaßen lagert Firefox OS dadurch große Teile der benötigten Rechenleistung ins Netz aus. In diesem Zusammenhang ist die „adaptive app search“ ein echtes Alleinstellungsmerkmal von Firefox OS: Mit dieser Suchfunktion auf dem Homescreen lassen sich einfach und schnell beide Arten von Apps finden – und zwar im gesamten Netz, nicht bloß in einem einzigen App-Store.

Im Detail gibt es noch vieles zu ergänzen und zu verbessern

Ansonsten erinnert mich Firefox OS in seinen grundlegenden Funktionen, seiner Benutzeroberfläche und seiner Bedienlogik stark an Android und iOS. Wer mit einem dieser Betriebssysteme ein bisschen Erfahrung hat, wird sich schnell in Firefox OS zurechtfinden. Die alten Kontakte lassen sich per SIM- und SD-Karte sowie von Gmail, Outlook und Facebook importieren, was bei mir via SD-Karte auch schnell und reibungslos klappte. Man muss allerdings betonen, dass die Funktionalität sowohl des Betriebssystems als auch der Apps noch zahlreiche Lücken aufweist. Hier ein paar Beispiele:

  • Es lassen sich in der aktuellen Version 1.1 noch keine persönlichen Klingeltöne einstellen, sodass ich momentan nur aus einer Liste von Standard-Tönen auswählen kann. Diese Funktionalität soll in der nächsten Version nachgereicht werden.
  • Der Terminkalender ist nicht sehr übersichtlich und unterstützt derzeit keine regelmäßig wiederkehrenden Termine wie zum Beispiel Geburtstage.
  • Firefox OS hat in Version 1.1 keinen Dateimanager. Im App-Store von Firefox OS habe ich zwar eine App namens „Explorer“ gefunden – doch damit lassen sich Dateien nur auflisten sowie über E-Mail, Bluetooth und Social Networks teilen. Eine Datei zu verschieben oder aus dem Explorer heraus zu öffnen, ist dagegen (noch) nicht möglich.
  • Vorläufig gibt es von der virtuellen Tastatur keine deutsche Version, sodass ich ä, ü, ö und ß durch andere Buchstaben ersetzen muss. Erstaunlicherweise schlägt die Autokorrektur aber auch deutsche Wörter inklusive Umlaute vor. Apropos Tastatur: Dieser fehlen zur Zeit auch Pfeiltasten, um den Cursor zu bewegen – und zumindest ich mit meinen Bauarbeiter-Pranken habe erhebliche Schwierigkeiten, den Cursor mit dem Finger zwischen zwei bestimmte Buchstaben zu bugsieren.
  • Wenig überraschend ist das App-Angebot bis dato noch sehr eng begrenzt. Einige wichtige Apps gibt es aber schon: So ist zum Beispiel ConnectA2 mit Whatsapp kompatibel und läuft in der Betaversion bereits sehr stabil, bietet aber vorläufig nur die Basisfunktionen. Auch für Facebook und Twitter gibt es schon Apps, die ich allerdings nicht ausprobiert habe.

Auch das Alcatel One Touch Fire hat ein paar Schwachpunkte, die ich persönlich aber ganz gut verschmerzen kann – zumal angesichts des niedrigen Preises.

  • Es hat keine Stereo-, sondern nur einen Mono-Lautsprecher eingebaut. Spielt für mich aber keine Rolle, denn den Stereo-Effekt merkt man bei so kleinen und eng zusammenstehenden Boxen eh nicht.
  • Die Kamera hat keinen Blitz. Nun ja, im Dunkeln werden Handy-Schnappschüsse ohnehin nie besonders toll.
  • Es gibt keine Frontkamera. Mir egal, denn die habe ich bei meinem alten Smartphone sowieso nie benutzt.
  • Der Touchscreen reagiert nicht ganz so perfekt wie bei teuren High-End-Smartphones. Nach einer gewissen Eingewöhnung komme ich aber ganz gut damit klar.

Fazit: Nur bedingt konkurrenzfähig – vorerst

Firefox OS TastaturSowohl das Betriebssystem als auch die Apps stecken halt noch in den Kinderschuhen, was man auch an vielen Details merkt. Deshalb fühlt sich bei Firefox OS auch das Gesamterlebnis noch nicht so rund an wie bei Android oder iOS – aber damit muss man sich eben arrangieren, wenn man ein „early adopter“ sein will. Gemessen am Kaufpreis von 89 Euro für das Alcatel One Touch Fire mit Firefox OS stimmt die Leistung aber schon jetzt, wie ich finde.

Insbesondere wer mit iOS oder Android glücklich ist, muss jetzt noch keineswegs auf Firefox OS umsteigen – es im Auge zu behalten, kann aber sicher nicht schaden. Angesichts der guten Finanzlage von Mozilla und der engagierten Entwickler-Community bin ich sehr zuversichtlich, was die kommenden Updates für Firefox OS angeht. Auch das App-Angebot wird sich in den kommenden Monaten sicherlich stark erweitern. Im gegenwärtigen Stadium ist Firefox OS aber wohl hauptsächlich etwas für Open-Source-Überzeugungstäter.

Offen bleibt noch die Frage, wie sich einige andere Open-Source-Betriebssysteme, die momentan noch in der Pipeline stecken, im Vergleich zu Firefox OS schlagen werden: Zu nennen sind hier Tizen, Ubuntu und Sailfish OS. Vergleichbar günstig wie mit dem Alcatel One Touch Fire und Firefox OS wird der Einstieg in die Smartphone-Klasse mit diesen Betriebssystemen aber wohl nicht: Die angekündigten Geräte sollen deutlich teurer werden.

geschrieben von Robert Dittmar

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eVendi.de Team | 06.12.2013 09:39
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