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Telefonieren und navigieren: Handys stürmen den Markt der Navigationsgeräte

Quelle: © P.C. - Fotolia.com

Die Einen legen vor, die Anderen schlagen zurück. Auf dem Navigationsmarkt tobt ein Kleinkrieg – derzeit komischerweise allerdings eher weniger zwischen den Herstellern von klassischen Navigationsgeräten, sondern vielmehr zwischen Handyherstellern. Welche Schlüsse lässt diese Beobachtung zu? Sind die iPhones und Milestones dieser Welt gerade dabei, nach den PDAs auch die nächste Produktgruppe vom Markt weg zu beissen oder hält die Navigationsbranche den Attacken der Smartphones stand und rüstet in aller Stille zum Gegenschlag? Aus Nutzersicht interessiert primär eine Frage: Mit welchem Produkt kommt der Verbraucher eher ans Ziel? Mit einem navigierenden Handy oder einem telefonierenden Navi? Lesen Sie, mit welchen Neuheiten Smartphones und Navigationsgeräte auf den Markt drängen und entscheiden Sie selbst, auf wessen Seite Sie sich schlagen.

Kampf der Giganten
Ein Blick auf die Technikschlagzeilen der vergangenen Wochen und Monate zeigt: Der Kampf um die Navigationsmacht ist im vollen Gange. Spätestens, seitdem Nokia Ende Januar vermeldete, dass das Unternehmen seinen Kunden ab sofort kostenlose Navigation auf dem Handy anbietet, dürften Firmen wie Garmin, TomTom und Co. ein ungutes Gefühl haben. Immerhin hat Nokia schon jetzt einen Anteil von etwa 45 Prozent auf dem Smartphone-Markt. Nokia lockt mit Auto- und Fußgängernavigation für 74 Länder und in 46 Sprachen sowie aktuellen Verkehrshinweisen in 10 Ländern. Damit bleibt dem Besitzer eines navitauglichen Nokia-Handys die Investition von 60 Euro Nutzungsgebühr pro Jahr für die Navi-Software Ovi erspart. Das Ziel der Neuerung ist klar: Nokia verspricht sich von der All-For-Free-Aktion einen erhöhten Absatz von Smartphones.

Diese Strategie verfolgen allerdings auch alle anderen namhaften Smartphone-Hersteller. Die Nummer eins am Markt ist weiterhin das iPhone. Das Lifestyle-Smartphone soll im Navigationsmodus kaum mehr von einem echten Navi zu unterscheiden sein. Möglich macht dies die Spezialisierung der Softwarehersteller. Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und programmieren maßgeschneiderte Lösungen.

Das Google Nexus One will seinen Konkurrenten hier in nichts nachstehen und wartet, ebenso wie das iPhone, mit einer Google Maps Applikation auf. Dazu aber später mehr.

Sind das alles Anzeichen dafür, dass die multifunktionalen Smartphones die Navigationsgeräte verdrängen? Bei einem Blick auf die Software-Hersteller der klassischen Navigationsgeräte sieht es fast so aus. Navigon und TomTom sind fleißig am Nachlegen von immer neuen Navigations-Applikationen für das iPhone. Eine Software besser als die andere. Das jedenfalls versprechen die Hersteller. So kann sich der heutige iPhone-Besitzer Autobahnkreuze mit Schildern anzeigen lassen, welche Spur er befahren muss und sogar die Landschaft in 3D genießen. Dies ist jedoch eine Zusatz-Applikation von Navigon, die noch einmal 9,99 Euro kostet. Wer das Gesamtpaket vom Navigon Mobile Navigator haben will, zahlt bis zu 100 Euro. Das TomTom-Paket kostet dagegen ca. 80 Euro und steht seinem Konkurrenten in fast nichts nach.

eVendi Tipp
Wenn Sie bereits die Vorgänger-Software vom TomTom Handy Navigator auf ihrem iPhone haben, ist das Software Update kostenlos.

Wie es scheint, haben die Softwarehersteller den Trend der Zeit erkannt. Auch Garmin, einer der größten Hersteller von mobilen Navigationsgeräten, versuchte 2008 einen Vorstoss in der Handy-Navigation. Das Nüvifone sollte mehr Navigationsgerät als Handy sein, trotzdem aber viele Features eines normalen Smartphones enthalten wie einen 3,5 Zoll Touchscreen, HSDPA, WLAN und eine das Geotagging unterstützende Kamera. Garmin entschied sich allerdings, die Nüvifone-Serie nicht in Deutschland auf den Markt zu bringen. Ein durchschlagender Erfolg wurde mit der Produktneuheit nicht erzielt. Ein Anzeichen, welches vermuten lässt, dass zukünftig eher mit Smartphones navigiert wird. Welches Smartphone leitet sie aber am besten ans Ziel?

Bitte links abbiegen!
Dass die heutigen Smartphones einiges zu bieten haben, ist klar. Immer wieder versuchen die Hersteller, sich gegenseitig zu toppen - auch in Sachen Navi-Funktionalität. Hier lesen Sie, welches Gerät standardmäßig die bessere Software bietet und welche Applikationen es zusätzlich gibt.

iPhone
Beim iPhone gehört eine Google Maps-Applikation zur Standardausrüstung. Das Programm „Karten“ stellt dem Benutzer Straßenkarten, Satellitenaufnahmen, Hybrid-Darstellungen und Straßenansichten zur Verfügung. Hier können Sie auch Wegbeschreibungen abrufen, ihren Standort ermitteln und sich per Kompass die Himmelsrichtung anzeigen lassen. Die Standortanzeige ist allerdings immer nur ungefähr, da GPS- und WiFi-Netzwerke nicht immer überall erreichbar oder abrufbar sind.
Die Wegbeschreibung funktioniert zunächst wie bei einem normalen Navigationsgerät. Die Adresse muss eingegeben werden, welches Verkehrsmittel Sie nutzen oder ob Sie zu Fuß unter Wegs sind, muss ebenfalls als Information angegeben werden. Danach berechnet die Applikation ihre Route. Die Verkehrslage wird in die Dauer der Strecke einberechnet und oben am Kartenrand angezeigt. Von nun an wird der iPhone-Besitzer per Stecknadel navigiert. Hier geht es los und da ist das Ziel, jedoch ohne Sprachfunktion. Um also nicht vom richtigen Weg abzukommen, müssen Suchende immer wieder einen Blick auf ihr Handy werfen. Kommt dann zusätzlich noch ein GPS- oder WiFi-Loch hinzu, kann auch der aktuelle Standort nicht mehr berechnet werden. Ergebnis: Die Navigation ist also vergleichbar mit einer Routensuche bei Google Maps. Wer mehr will, muss hier auch mehr reinstecken, nämlich Geld. Die Navigations-Applikationen für das iPhone sind alle kostenpflichtig. Dafür enthalten Sie, wie der Navigon Mobile Navigator, meist auch eine Sprachfunktion und viele weitere Features.

Google Nexus One
Auch der zukünftige iPhone-Konkurrent arbeitet mit einer Google Maps-Applikation, die zuerst einmal auch genauso funktioniert. Allerdings mit dem bedeutenden Unterschied, dass hier eine Sprachfunktion schon enthalten ist und nicht erst per Zusatz-App heruntergeladen werden muss. Darüber hinaus wird die Verkehrslage nicht nur in die Dauer der Strecke einberechnet, sondern auch farblich in der Karte gekennzeichnet.  So wissen Sie als Autofahrer genau, wo der nächste Stau oder die nächste Baustelle ist. Besonders schön: Die Handy-Navigation bietet auch Alternativrouten an. In der Vorstellung der Nexus One-Navigation wurden auch Möglichkeiten zum Suchen nach Tankstellen, Restaurants oder Ähnlichem auf der Strecke präsentiert. Hier ist jedoch noch nicht klar, ob es sich dabei um einen Standard handeln wird oder diese Funktion per Zusatz-App heruntergeladen werden muss. Bisher sind die Applikationen für das Google Nexus One in den USA kostenlos. Ob das hier auch der Fall sein wird, steht noch nicht fest.

Nokia
Das Nokia 5800 hat standardmäßig ein Kartenprogramm von Navteq integriert. Es handelt sich hierbei um eine Onboard Navigation mit integriertem GPS-Empfänger. Hier können Sie sich ihren Standort anzeigen lassen, Orte oder Straßen suchen und sich diese auf der Karte anzeigen lassen. Außerdem sind einige Tankstellen, Restaurants, Raststätten und Ähnliches schon im Kartensystem verzeichnet. Das war es dann aber auch schon. Eine Routenplanung gibt es hier nicht. Jedenfalls nicht, ohne sich die Navi-Software Ovi zu besorgen. Der Vorteil hier: Sie ist, wie schon erwähnt, kostenlos und hat damit einen klaren Vorteil gegenüber anderen Navi-Apps. Die Software beinhaltet eine Sprachführung, die einen wahlweise durch 2D- oder 3D-Grafiken steuert. Pfeile weisen Handy-Navigierten zusätzlich den Weg. Der Modus „Gehen“ bringt Fußgänger einfach von Tür zur Tür. Im Modus „Fahren“ werden Verkehrslage und Tempolimits mit in die Route einberechnet.

Motorola Milestone
Auch das Motorola Milestone der etwas abgetauchten Marke Motorola wartet in Sachen Navigation mit keinen neuen Tricks auf. A-GPS zeigt satellitengestützt die eigene Position an. Der Benutzer kann sich hier zwischen Google Maps oder Motonav entscheiden. Motonav ist die hauseigene Navigationssoftware von Motorola, die jedoch nur 60 Tage genutzt werden kann. Danach läuft die Testlizenz aus und die Software muss voraussichtlich kostenpflichtig heruntergeladen werden. Da das Smartphone über das System Android 2 verfügt, gibt es aber einen Lichtblick. Die Google Maps-Applikation „Navigation“. Sie läuft nur mit dem Android 2 System und ist kostenlos. Angeblich soll sie den normalen Navigationsgeräten am nahesten kommen und verfügt wie seine Vorgänger über verschiedene Features wie Verkehrsdichte, Restaurants oder Geschäfte auf der Strecke und arbeitet mit Sprachnavigation. Bisher ist die Software aber nur für die USA verfügbar. Angaben vom Hersteller, ob und wann sie auch in Deutschland angeboten wird, gibt es noch nicht.

Viele weitere Smartphones haben ein Karten-System oder eine vollständige Navigationssoftware bereits an Bord. Bei genauerem Betrachten fällt auf, dass die meisten jedoch zu Google Maps greifen, eine Software die durch verschiedenste Applikationen schier unendlich erweiterbar ist. Wer beim Kauf darauf achtet, welche Software auf den Handys vorhanden und ob eine Erweiterung kostenpflichtig ist, kann nichts falsch machen. Insgesamt kommen die Navigations-Programme der Multitalente den normalen Navigationsgeräten schon sehr nahe. Die Vermutung, dass sie diese in Sachen Technik bald schon überholt haben werden, kann ohne Skrupel in den Raum gestellt werden.

Fazit
Der Kampf um den Navigationsthron scheint längst entschieden zu sein. Softwarehersteller versuchen, sich in Sachen Navi-Apps für die Smartphones zu übertrumpfen und Hersteller warten mit eigenen Handy-Navi-Mixen auf. Der Trend geht also klar zu den multifunktionalen Handys wie dem Nokia 5800 oder dem iPhone. In der Funktionalität stehen die Handy-Navis den normalen Navigationsgeräten kaum in etwas nach, so dass es in diesem Fall keine Qualitätsverluste für den Nutzer gibt. Einzig preisliche Unterschiede können hier zu einer Entscheidung für oder gegen eines der Smartphones führen. Wer beim Kauf darauf achtet, welche Navigations-Software schon auf dem Handy installiert ist und welche Kosten für Zusatz-Apps entstehen, wird in der Regel keine bösen Überraschungen erleben. Welche Auswirkungen die Handy-Navis auf Unternehmen wie TomTom und Garmin haben, wird sich noch zeigen. Klar ist: Die Ankündigung von Nokia, seine Software auch kostenlos bereitzustellen, fordert schnelle Reaktion seitens der klassischen Navi-Hersteller, um nicht auf dem Markt unterzugehen.

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eVendi.de Team | 15.02.2010 11:13
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