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LTE-Ausbau: Immer online mit Highspeed

Quelle: Fotolia

Videotelefonie, Backup per Cloud und hochauflösendes Fernsehen übers Web, und das von mehreren Personen zur gleichen Zeit, da reicht der normale 16 MBit/VDSL-Anschluss nicht mehr aus. Immer schneller immer größere Datenmengen zu transportieren, geht am besten per Glasfaser, damit sind schon aktuell als Endnutzer 200MBit pro Sekunde machbar. Auch der internationale Datenverkehr wird über Glasfaserkabel geleitet, die nicht nur superschnell sind, sondern auch kaum alterungs- und störanfällig (so sind auch unter Wasser keine Kurzschlüsse möglich). Der Haken: Die Kabel müssen erst aufwendig verlegt werden, was in Innenstädten bereits passiert, aber ziemlich teuer ist. Auf dem Land gibt es noch viele weiße Flecken, wo die Menschen kaum Zugang zu schnellem Internet haben. Aber: Rettung ist in Sicht.

LTE, UMTS – 3G, 4G

Als die LTE-Frequenzen 2010 versteigert wurden, verpflichtete sich der Gewinner, zuerst die ländlichen, DSL-freien Zonen zu versorgen.LTE steht für Long Term Evolution. Für die selbe Technik werden auch andere Namen verwendet: Super 3G Band oder 4G Band, das G steht für Generation. Vodafone ersteigerte als erstes diese Frequenzen und vermarktet sie bisher am werbewirksamsten. Aber auch die Telekom und O2 sind schon mit dabei. LTE läuft über Funkzellen auf Frequenzen von 700 bis 2.600 MHz. Niedrigere Frequenzen strahlen weiter und auch besser durch Mauern. LTE und UMTS gehen dabei Hand in Hand – für UMTS wird oft auch der Begriff 3G verwendet, für LTE hingegen 4G. Als vor zwölf Jahren die UMTS-Lizenzen versteigert wurden, wurden 50 Milliarden Euro (bzw. 100 Mrd. DM) erzielt, und die Möglichkeiten schienen unbegrenzt. Auch wenn über moderne UMTS-Verbindungen immerhin 14 MBit/s laufen können, reicht das mittlerweile für viele Anwendungen im privaten, aber auch öffentlichen Bereich nicht mehr aus. Die Weiterentwicklung von der 3. Generation (oder UTMS) zur 4. Generation (bzw. LTE) kann auf die ältere Infrastruktur setzen und erfordert keine vollständige Umrüstung.

So funktioniert UMTS

Funkmasten, die wiederum über Glasfaserkabel vernetzt sind, decken ein Zelle genanntes Gebiet ab. Eine Basisstation ist dafür verantwortlich, Mobilfunkgeräte in der Umgebung einzuloggen. Wird z.B. ein Handy angeschaltet, sorgt die SIM-Karte für die Verbindungsaufnahme zur nächsten Funkzelle bzw. deren Datenbank. Bei jedem erneuten Anschalten, aber auch wenn sich das Gerät z.B. im Auto oder Zug aus der Reichweite einer Funkzelle zur nächsten bewegt, muss es sich erneut einloggen und ausloggen. Wird die Verbindung schlecht, schaltet das Netz sogar auf 2G (nämlich die 2. Generation der Datenübertragung, EDGE oder GSM genannt) herunter.

Die LTE-Revolution

Die LTE-Technik sorgt dafür, dass ein Gerät immer und überall online ist. Die Verbindung wird dauerhaft gehalten, die Endgeräte sind ununterbrochen mit dem Internet verbunden. Wozu das nützlich ist? Z.B. für dauerhaftes Telefonieren über das Web (Voice over IP), das erheblich günstiger ist. Oder für Onlinespiele, neue und intensivere Nutzung von Cloud-Diensten für alle möglichen Funktionen im privaten und wirtschaftlichen Bereich. Die heutige Informationsgesellschaft ist auf einen schnellen Datenaustausch angewiesen - auch die EU hält den Ausbau der Breitbandtechnologie für notwendig, um ein ausreichendes Wirtschaftswachstum zu sichern.

Die LTE-Technologie schafft im Downlink bis zu 300MBit/s, im Uplink immerhin noch 75 MBit/s.  Bisher werden aber nur Raten von 100MBit/s im Downlink erreicht. Im ländlichen Bereich, in dem das 800-MHz-Band genutzt wird, konnten die Anbieter nur 10 MHz breite Kanäle ersteigern, sodass eine LTE-Funkzelle nur maximal 50MBit/s liefern kann. In Städten, in denen die höheren Frequenzen gut genutzt werden können, sind schon 100MBit/s möglich. Noch gibt es fast nur Router (wie z.B. die AVM FRITZ!Box 6840 LTE)  und Surfsticks, die mit LTE funktionieren, aber Vodafone bietet schon ein Smartphone mit dieser Technik an, das HTC Velocity 4G, und auch LG präsentierte kürzlich den LTE-fähigen Smartphone-Tablet-Hybriden Optimus Vu.

eVendi Tipp LTE weist nicht nur schnelle Download-Raten, sondern gegenüber DSL gute Uploadraten auf. Deshalb lohnt es sich besonders für Nutzer, die viele eigene Daten hochladen, z.B. Fotografen.

LTE- mit der 4G in die Zukunft?

Vodafone-Chef Bickel erklärt, dass mit der LTE-Technik schon jetzt 40% der Fläche Deutschlands abgedeckt werden. Nachdem bald die letzten weißen Flecken abgedeckt sind, ist der Vorstoß in die Städte geplant. Ganz ungetrübt ist der Siegeszug der neuen Technologie jedoch nicht: Bisher werden normale Telefonate noch auf UMTS umgeschaltet, da LTE noch keine Sprachübertragung bietet. Ein weiteres Problem ist, dass sich stets die Nutzer eine Funkzelle in Reichweite teilen, deren Bandbreite begrenzt ist und durch auf die aktuellen Nutzer aufgeteilt wird. So kann es schon mal zu Überlastungen kommen, die die Versprechungen auf superschnelles Netz, immer und überall, in Frage stellen. Über Tarifmodelle gibt es Regelungen, die die Kosten vom Surfverhalten abhängig machen und die Raten begrenzen.

Dennoch: Der Datenverkehr nimmt weiterhin rasant zu. Um die Long Term (R)Evolution kommt wohl dauerhaft niemand herum.

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Sven Kloevekorn | 22.05.2012 12:40
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