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30 Jahre "Spiel des Jahres" - Rückblick auf eine große Erfolgsgeschichte

Quelle: spiel-des-jahres.org

Trotz der stetig wachsenden elektronischen Unterhaltungs- und Spielmöglichkeiten erfreuen sich Brettspiele immer noch großer Beliebtheit. Besonders bei den Deutschen steht der gemütliche Spieleabend im Familien- oder Freundeskreis nach wie vor hoch im Kurs. Auch viele der erfolgreichsten Spieleerfinder kommen aus Deutschland. Nicht ganz unschuldig daran ist der renommierte deutsche Kritikerpreis „Spiel des Jahres“, der im ausgehenden Jahr 2009 sein 30jähriges Jubiläum feierte. Und weil ein Gesellschaftsspiel ja auch eine schöne Geschenkidee ist, bringt eVendi pünktlich zu Weihnachten einen kleinen Rückblick auf die bisherigen 31 Preisträger.

 

Jahr Spiel des Jahres
1979 Hase und Igel
1980 Rummikub
1981 Focus
1982 Sagaland
1983 Scotland Yard
1984 Dampfross
1985 Sherlock Holmes' Criminal-Cabinet
1986 Heimlich & Co.
1987 Auf Achse
1988 Barbarossa und die Rätselmeister
1989 Café International
1990 Adel verpflichtet
1991 Drunter & Drüber
1992 Um Reifenbreite
1993 Bluff
1994 Manhattan
1995 Die Siedler von Catan
1996 El Grande
1997 Mississippi Queen
1998 Elfenland
1999 Tikal
2000 Torres
2001 Carcassonne
2002 Villa Paletti
2003 Der Palast von Alhambra
2004 Zug um Zug
2005 Niagara
2006 Thurn und Taxis
2007 Zooloretto
2008 Keltis
2009 Dominion

Während einige der als „Spiel des Jahres“ ausgezeichneten Spiele schnell zu allseits beliebten Klassikern avancierten, sind ein paar andere heute fast in Vergessenheit geraten. Trotzdem sind beinahe alle „Spiele des Jahres“ nach wie vor im Handel erhältlich und daher auch im Preisvergleich vertreten – sogar die ältesten unter ihnen (siehe Tabelle). Kurze Beschreibungen der einzelnen Spiele finden Sie übrigens im neuen eVendi-Blog eVendianer.de, und zwar einmal zu den Preisträgern von 1979 bis 1994 und im zweiten Teil zu den Gewinnern von 1995 bis 2009.

Unsterblich oder überschätzt? Wer die Reihe der 31 „Spiele des Jahres“ nachverfolgt, erkennt eine deutliche Entwicklung von eher schlichten Spielkonzepten hin zu immer aufwändigeren und hintergründigeren Spielwelten. Es wird deutlich, dass die Ansprüche an die Spielmechanismen und die Ausstattung der Spiele im Laufe der Zeit erheblich gestiegen sind. Kenner sind vielfach der Meinung, dass einige der älteren Preisträger nach heutigen Maßstäben eher mittelmäßig sind und fast nur noch aus Nostalgie gespielt werden. In diesem Zusammenhang werden oft die Spiele RUMMIKUB, FOCUS, SAGALAND, AUF ACHSE und BLUFF genannt. Allerdings finden diese unter Gelegenheitsspielern bis heute neue Freunde. Von den jüngeren Preisträgern werden VILLA PALETTI und ganz besonders KELTIS oft als zu simpel gescholten. Zu den offenbar unverwüstlichen Evergreens gehören dagegen HASE & IGEL, das allererste „Spiel des Jahres“, sowie SCOTLAND YARD. Diese Spiele finden auch unter Brettspiel-Enthusiasten heute wie damals große Anerkennung. Die Favoriten der Brettspiele-Freaks In den Internet-Foren der Profi-Spieler genießen die komplexeren und strategischeren Titelträger die meiste Wertschätzung – etwa ADEL VERPFLICHTET, DRUNTER & DRÜBER, DIE SIEDLER VON CATAN, EL GRANDE, ELFENLAND, TIKAL, CARCASSONNE, DER PALAST VON ALHAMBRA und ZUG UM ZUG. Als Beispiele für Spiele, die den Titel „Spiel des Jahres“ mehr verdient hätten als mancher tatsächlicher Preisträger, werden beispielsweise oft angeführt: SAN JUAN, BLOKUS, EINFACH GENIAL, TRANS AMERICA, METRO, FACTORY FUN, OHNE FURCHT UND ADEL, MARRACASH, ABALONE, DAS VERRÜCKTE LABYRITH und 6NIMMT!. Auf der anderen Seite verlangen diese Spiele Neueinsteigern und Gelegenheitsspielern zum Teil einiges an Lernbereitschaft und Geduld ab. Einfach auspacken und ohne langes Regelstudium direkt losspielen ist hier kaum möglich.

Welcher der bisherigen Preisträger ist der allerbeste?  Der heißeste Anwärter auf den Titel „Bestes Spiel des Jahres aller Zeiten“ ist wohl DIE  SIEDLER VON CATAN. Dieses Spiel wurde ab 1995 zu einem sagenhaften Welterfolg, zog zahlreiche Erweiterungen und Ableger nach sich und hat auch heute noch erstaunliche Verkaufszahlen. Es begeisterte Millionen von Neulingen für das Hobby der Brettspiele und verhalf dem Titel „Spiel des Jahres“ endgültig von einem nur branchenintern beachteten Preis zu einer in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommenen Ehrung.

Ein Beitrag im Spiele-Forum spielbox-online.de verdeutlicht dies sehr schön: Ein Teilnehmer berichtet dort, er habe zwei seiner Schulklassen im Rahmen eines Quiz die Aufgabe gestellt, innerhalb von vier Minuten alle „Spiele des Jahres“ zu notieren, die sie kennen. Das Ergebnis: DIE SIEDLER VON CATAN war das einzige, das auf den Zetteln aller Teams stand. Angesichts einer solchen Bekannt- und Beliebtheit muss diesem Spiel wohl zugestanden werden, das beste von allen zu sein. Doch natürlich gehen auch hier die Meinungen auseinander. Ein anderer Teilnehmer schreibt dazu im gleichen Forum: „'Siedler' ist für mich das nackte Grauen – fast pures Würfelglück verpackt in ein angebliches Strategiespiel.“

Der Siegeszug der „german style board games“ Die jährliche Kür zum „Spiel des Jahres“ ist auch für den internationalen Erfolg zahlreicher deutscher Brettspiele mitverantwortlich: „german style board games“ sind heute praktisch weltweit ein Begriff und einige deutsche Spieleautoren wie zum Beispiel Klaus Teuber, Reiner Knizia, Wolfgang Kramer und Andreas Seyfarth genießen beinahe Star-Status.

Vor der neuen deutschen Spiele-Welle waren die meisten Gesellschaftsspiele entweder eher kurz und völlig abstrakt wie etwa Mühle und Dame oder hochkomplexe  Simulationen von geradezu epischer Länge. Ein Beispiel dafür ist etwa das amerikanische Weltkriegs-Strategiespiel AXIS & ALLIES von 1981. Die neueren deutschen Brettspiele gehen hier einen Mittelweg: Einerseits sind sie praktisch immer in ein konkretes Szenario eingebettet, wie zum Beispiel in TIKAL die Ausgrabung der gleichnamigen versunkenen Maya-Stadt. Andererseits erheben die Spiele nicht den Anspruch, ihren historischen Hintergrund bis in jedes Detail stimmig nachzuzeichnen, sondern nutzen das jeweilige Thema nur als relativ losen Aufhänger. Auf diese Weise sind „german style board games“ selbst für jüngere Kinder vergleichsweise leicht zu lernen und eine Partie dauert nur sehr selten länger als zwei Stunden. Dennoch bieten sie meist eine große Spieltiefe mit vielfältigen strategischen und taktischen Möglichkeiten. Diese Art von Spielen macht daher sowohl erfahrenen und ambitionierten Spiel-Enthusiasten als auch Gelegenheitsspielern Spaß. Gemeinsamkeiten und Erfolgsrezepte Das typischste Merkmal der „german style board games“ ist jedoch ihre enorme Interaktivität: Die Spieler bekommen ausgiebig Gelegenheit, Allianzen zu bilden und Verrat zu üben, miteinander Handel zu treiben und zu kooperieren – und müssen dies auch tun, um am Schluss Sieger sein zu können. Auch werden alle Spieler bis zum Ende der Partie im Spiel gehalten: Niemand scheidet vorzeitig aus oder verliert nach einer Weile jegliche Chance auf den Sieg. Außerdem hat ein „german style board game“ normalerweise einen Mechanismus, der die Spieldauer begrenzt – im Gegensatz zu Spielen wie etwa MONOPOLY, die sich bei knappem Spielstand quasi unendlich hinziehen können. Zum Beispiel gibt es eine feststehende Anzahl von Spielrunden, begrenzte Spielressourcen oder einen festgelegten Punktestand, der den Sieg bedeutet. Viele der neueren deutschen Spiele kombinieren unterschiedliche Spielmechanismen und der Zufall spielt in der Regel nur eine untergeordnete Rolle. Das Spielbrett wird in vielen Fällen immer wieder neu und anders aufgebaut oder enthält variable Elemente. Auf diese Weise ist für Langzeitspaß gesorgt. Darüber hinaus fällt auf, dass direkte kriegerische Auseinandersetzungen in „german style board games“ praktisch nicht vorkommen. Es dominieren eher indirekte Konfliktmomente wie beispielsweise der Konkurrenzkampf um bestimmte knappe Ressourcen.

Fazit Welche der „Spiele des Jahres“ oder welche Brettspiele generell gelungen oder weniger gelungen sind, ist letztlich immer eine Geschmacksfrage. Für jedes Spiel gibt es geeignete und ungeeignete Gelegenheiten sowie die richtigen und falschen Mitspieler. Als Weihnachtsgeschenke haben die einfacheren „german style board games“ natürlich den Vorteil, dass Sie noch an Heiligabend die erste Partie spielen können, ohne zuvor ein allzu dickes Regelwerk wälzen zu müssen. Andererseits bieten die eher komplexen Spiele oft nachhaltigeren Spaß, weil die Spieler jedes Mal wieder neue strategische und taktische Kniffe entdecken können. Wenn Sie unsicher sind, welches Spiel für Sie und Ihre Freunde oder Familie das richtige ist, können Sie ja auch erst testen und dann kaufen. Eine gute Möglichkeit dafür sind die öffentlichen Bücherhallen, in denen Sie meist auch Gesellschaftsspiele sehr günstig ausleihen können.

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eVendi.de Team | 18.12.2009 16:06
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