Kennen Sie Rabattwelt?
Deals & Gutscheine
shopwelt.de Newsletter?
Weitere Vergleiche

› KFZ-Versicherungen...
› Strom-Tarife...
› Gas-Tarife...
› DSL-Tarife...
› Mobilfunk-Tarife...

Rücknahmepflicht für Elektromüll: Online-Handel stellt sich quer

Quelle: Fotolia.com, Martin Schlecht

Schätzungen zufolge fallen in Deutschland jährlich rund 23 Kilogramm Elektromüll pro Kopf an. Nach Angaben des Umweltbundesamts wurden im Jahr 2010 knapp 780.000 Tonnen Elektro-Altgeräte gesammelt, davon 723.000 Tonnen aus privaten Haushalten.

Bisher mußten Verbraucher auch längere Fahrten in den Wertstoffhof in Kauf nehmen, um die alte Elektrozahnbürste oder den Rasierer ordnungsgemäß entsorgen zu lassen. In wenigen Wochen werden Händler gesetzlich verpflichtet, Geräte bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern zurückzunehmen – und das kostenlos und ohne Kassenbeleg. Auch Großgeräte wie eine Waschmaschine oder ein Fernseher können im Handel abgegeben werden: Hier ist allerdings Voraussetzung, dass der Verbraucher ein entsprechendes Neugerät bei dem jeweiligen Händler kauft.

Diese Gesetzesänderung gilt allerdings nur für größere Händler, welche über mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen – wie z.B. Media Markt oder Saturn. Kleinere Fachhändler sind von der Gesetzesänderung ausgenommen. Die Regelungen sollen auch für den Online-Handel gelten.

Viele Elektromärkte, Baumärkte und auch Lebensmittelmärkte nehmen Elektroschrott schon seit Jahren zurück – als Service für ihre Kunden. "Wir sind vorbereitet", sagt Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland.

Bundesumweltministern Barbara Hendricks (SPD) meint, je mehr Stellen es gibt, an denen Verbraucher die Geräte zurückgeben können, desto mehr wird recycelt – weil weniger im Restmüll oder im illegalen Export landet.

Mit dem neuen Gesetz wird vor allem eine neue EU-Richtlinie umgesetzt. Bis 2016 sollen mindestens 45 Prozent des anfallenden Elektromülls erfasst und wenn möglich wiederverwertet werden, bis 2019 soll die Quote auf 65 Prozent steigen.

Umweltverbänden sind die Regelungen noch zu kompliziert. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, kritisierte die neuen Regelungen. "Heute haben wir die Situation, dass der Verbraucher mit einem Maßband ins Geschäft gehen muss, erst einmal messen muss, ob dort die Elektrogeräte zusammen eine Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmeter haben - und dann kann er sich überlegen, dort sein altes Elektrogerät zurück zu bringen", sagte Resch. Dieses sei nicht praktikabel.

Weiterhin fordert die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz), dass in Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, jedes Elektrogeschäft unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche verpflichtet werden muss, Altgeräte zurückzunehmen.

Nach Einführung der Gesetzesänderung erhält der Handel eine neunmonatige Übergangsfrist. In dieser Zeit muss auch geklärt werden, wie die 400-Quadratmeter-Regel bei Online-Händlern angewandt werden kann. "Es ist ein Thema, über das wir definitiv nicht glücklich sind", sagt Oliver Prothmann, der Präsident des Bundesverbands Onlinehandel.

Fehler melden!
Artikel mit Freunden teilen
shopwelt.de - Team | 18.09.2015
Weitere interessante Artikel
Newsletter:
* Preise können sich seit der letzten Aktualisierung erhöht haben! Alle Preise inkl. MwSt.
© 2016 Copyright by eVendi GmbH & Co. KG