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Hackerangriff auf Bundestag: Trojaner getarnt als "Link"

Quelle: Deutscher Bundestag / Katrin Neuhauser

Hackern war es Ende April 2015 gelungen, in das Computernetzwerk des Bundestages einzudringen. Sie hatten die komplette IT unter ihre Kontrolle gebracht: Geheime E-Mails, Passwörter, Logins wurden tagelang von Hackern gesteuert, gesammelt und gelesen (siehe auch NEWS 12.Juni 2015).

Wie das passieren konnte, darüber haben die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR nun nach Monaten übereinstimmend berichtet. Vom Bundestag selber gibt es aktuell keine Stellungnahme zu diesem Thema.

Nachdem das gesamte deutsche Parlament Ende August für fünf Tage digital abgeschaltet wurde, konnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine E-Mail identifizieren, über die der Angriff ermöglicht wurde. Die betreffende E-Mail trug als Absender eine Adresse der Vereinten Nationen, endete also auf @un.org. Der Betreff thematisierte Hintergrunddetails zum Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Wörtlich lautete der Betreff: "Ukraine conflict with Russia leaves economy in ruins".

Der Empfang der E-Mail allein machte noch keine Probleme. Erst als Personen mit Zugriff auf das Computernetzwerk des Bundestags einen Link innerhalb der E-Mail öffneten, wurde das Netzwerk infiltriert. Der Link verwies auf ein vorgebliches "UN News Bulletin", das sich auf einer Webseite befand, über die Schadsoftware verteilt wurde. Die Medienberichte gehen nicht weiter darauf ein, wie die Schadsoftware im letzten Schritt aktiviert wurde.

Bislang bleibt die Aufklärung ebenso wie die Informationspolitik des Bundestages, der weder Abgeordneten noch Journalisten ausreichend Einblick in die Attacke und ihre Folgen gewährt, so undurchsichtig und rätselhaft wie der Angriff an sich. Noch immer ist auch unklar, wer dahintersteckt. Lediglich ein paar Anhaltspunkte deuten Richtung Russland.

Die Bundestagsverwaltung hat nun die Telekom-Tochterfirma T-Systems beauftragt, ein neues IT-Sicherheitskonzept für den Bundestag zu entwerfen. Seit einigen Wochen ist das Unternehmen dabei, gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Schwachstellen im Parlamentsnetzwerk auszumachen.

Die dabei entwickelten Verbesserungsvorschläge werden der sogenannten IuK-Kommission des Bundestags vorgelegt, die die Vorschläge prüft und über ihre Umsetzung entscheidet. Ab heute wird eine Sperrliste in Betrieb genommen, infolgedessen sollen Zehntausende Internetseiten nicht mehr aus dem Bundestagsnetzwerk heraus aufrufbar sein, darunter vor allem Websites, über die Schadsoftware verteilt wird. Die Einträge für die Liste stellt das BSI zur Verfügung, einsehen dürfen sie nur die Mitglieder der IuK-Kommission. Neben Debatten über die Aufstockung des IT-Personals, wird darüber laut Tagesschau.de nachgedacht, das Bundestagsnetz baulich voneinander zu trennen. Auch striktere Regeln bezüglich des Einsatzes privater USB-Sticks und Smartphones im Bundestagsnetz sind ein Thema.

Ganz sicher, ob das Computersystem nun wieder Trojaner-frei ist, ist man sich aber offenbar nicht, schreibt Tagesschau.de. Aus diesem Grund habe man sich fraktionsübergreifend entschieden, Verbindungsdaten von Abgeordneten, die 2015 anfallen, für drei Monate zu speichern. Üblich sei sonst eine Speicherdauer von einer Woche.

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shopwelt.de - Team | 14.09.2015
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