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DAK-Studie: Pillen-Doping im Job

Quelle: Fotolia.com, SSilver

Stress, Überbelastung, Leistungsdruck: Die Studie der DAK kommt zu einem alarmierenden Ergebnis. Über 3 Millionen Beschäftigte greifen regelmäßig zu leistungssteigernden, zumeist verschreibungspflichtigen Pillen.

Der Anteil der sich aufputschenden Beschäftigten stieg binnen sechs Jahren von 4,7 auf 6,7 Prozent. Experten warnen vor Gesundheitsrisiken bis hin zur Abhängigkeit. "Auch wenn Doping im Job in Deutschland noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal", warnt DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher.

Vier von zehn Dopern gaben demnach an, bei konkreten Anlässen wie Präsentationen oder wichtigen Verhandlungen Medikamente zu schlucken. Männer versuchen laut Studie damit vor allem, noch leistungsfähiger beim Erreichen ihrer beruflichen Ziele zu werden. Zudem wollen sie auch nach der Arbeit noch Energie für Freizeit und Privates haben. Frauen nehmen hingegen solche Medikamente am ehesten, damit ihnen die Arbeit leichter von der Hand geht und sie emotional stabil genug sind.

Am häufigsten greifen Beschäftigte zu Medikamenten gegen Angst, Nervosität und Unruhe (60,6 Prozent) sowie zu Mitteln gegen Depressionen (34 Prozent), um ihre Gedächtnisleistung zu puschen. Etwa jeder achte Doper schluckt Tabletten gegen starke Tagesmüdigkeit. Mehr als jeder Zehnte erhofft sich von Betablockern, die vom Arzt eigentlich bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen verschrieben werden, Hilfe gegen Stress, Nervosität und Lampenfieber.

Jeder Siebte erhält Tabletten von Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen, und jeder Zwölfte bestellt sie ohne Rezept im Internet.

Die DAK hat für den Gesundheitsreport Arzneimitteldaten von 2,6 Millionen ihrer erwerbstätigen Versicherten ausgewertet. Zusätzlich wurden mehr als 5000 Berufstätige zwischen 20 bis 50 Jahren befragt. Danach dopen sich 1,9 Prozent regelmäßig, 6,7 Prozent haben mindestens einmal ohne jede medizinische Notwendigkeit „Hirndoping“ betrieben. Die Dunkelziffer liegt laut Studie aber noch viel höher, bei bis zu 12 Prozent.

Nach Angaben des Doping-Experten Klaus Lieb zeigen die Medikamente oft nur kurzfristige und minimale Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Auf der anderen Seite gebe es "hohe gesundheitliche Risiken, wie körperliche Nebenwirkungen bis hin zur Persönlichkeitsveränderung und Abhängigkeit", erklärte der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Mainz. Es könne zu Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Nervosität und Schlafstörungen kommen. Mögliche Langzeitfolgen seien noch völlig unklar.

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shopwelt.de - Team | 15.09.2015
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